The Essence of the Engadin 2021

As long as humans can remember – the art of portraying has been a much and often defied challenge. But how do you portray a region? How do you portray its elements? Many have tried to capture beauty, physical and emotional traits of landscapes on canvas, in clay or in various media. But could it actually be that simple, that for capturing an identity, you need to literally break it down and lock it up?

Daniel Meuli stubbornly continues his meticulous mission of portraying the Engadin. This season he reduced the Engadin to its water. The essence of the valley in its most pure form ...and cap- tured it. Going beyond photography, he strives to push the boundaries of his work further with every new series. „Engadin water, who are you, what do you tell us?“

Waterdrops are the blooddrops of Mother Nature. Torn out of her rivers and her lakes, from the veins and the organs of her landscape... Put a waterdrop under the microscope as you would with the blooddrop of a human, you will find the key to the Health of Nature, of the Engadin.

...How does the body of the Engadin live? Where does the Engadin breathe and where does it cleanse? For presenting itself that magnificently to its humans? Slowly the drop engages into a ballet and does not care about more than the poetry of its ricochets...

 

 

Positive - Negative 2020

My home is the Engadine Valley. The striking landscape with its harsh climate has shaped me into who I am now. It grounds me and profoundly touches my being.The awe-inspiring force of nature evokes humbleness while being genuine and brutally honest.

 

 

Utuon 2019

 

Das Geflüster der Lärchen

 

ist die forschungsähnliche Analyse der DNA des Engadins, wobei die typische Lärchenlandschaft, die die Identität des Engadins massgeblich ausmacht, auf eine Nadel heruntergebrochen wird: Die fotografisch umgesetzte Reduktion der Landschaft auf eine Nadel.Im Herbst, der magischsten Jahreszeit im Engadin, verfärben sich die Lärchen Golden und verwandeln so das ganze Engadin und besonders die Silser Seenlandschaft, in einen einzigartigen Teppich an golden-funkelnden Baumwipfeln.

 

«Genau dann fangen für mich die schönsten Wochen im Jahr an, ein Farbflash, ein letztes Aufbäumen der Natur vor dem langen monotonen Weiss.» sagt Daniel Meuli. Wenn der Silvaplaner Fotograf das goldene Glühen der Lärchen im grünen dunkeln Wald einfängt, erhebt sich dieses, Technik bedingt, funkelnd hellweiss auf den schwarzweissen Momentaufnahmen. Sobald die letzten Farben des Herbstes verschwunden sind, fallen die Lärchennadeln entweder vom Maloja Wind herbeigeweht, oder von den ufernahen Bäumen, in den Silsersee. Doch anstelle das Geflüster der Lärchen gierig zu verschlingen, fangen die regelmässigen Wogen des Sees an, die Nadeln sanft in einen vorrübergehenden Schlaf zu schaukeln. Dann werden sie ans Ufer getrieben und dort im ständigen Rhythmus der Wellen zu Kugeln geformt. Die Lärchennadeln werden als Silser Kugeln wiedergeboren.

 

Das Lärchengeflüster verstummt nie: Die Kugeln, die nicht gefunden werden, sinken auf den Grund des Sees, wo sie Jahrzehnte weiterleben… Als ob der Silser See sein magisches Geheimnis um die Einzigartigkeit der Silser Kugeln nicht mit jedem teilen wollte…

 

 

Muottas Muragl 2019

Castle of Tarasp / Switzerland It was a big honor for me, to start a collaboration with the great artist Not Vital by shooting a series of photos of him and his castle. It was definitely one of the most touching and inspiring shoots I ever had. A big thanks to Not, Marc Furger and all the involved people. Looking forward to continuing this great story.

 

 

La Gondola  2018

Meulis jüngstes Projekt ist eine schwebende Kamera Obscura. Im Herbst konnte er eine Kabine der St. Moritzer Luftseilbahn Signal zur Kamera umfunktionieren. Durch eine Luke im Boden fotografierte er den darunter liegenden Wald. Das Resultat verblüfft – und viele werden sich wieder fragen, was sie auf der Aufnahme sehen. Von Daniel Meuli gibt es nur wenige Bilder. Während andere hunderte Fotos schiessen und am Computer das Beste auswählen, wird bei ihm jedes einzelne Bild zum Original. Der Aufwand für jede Produktion ist beträchtlich. «Wenn Du nur ein Bild machst, überlegst Du Dir besser vorher, was Du machen willst. Denn oft gibt es keine Chance für eine zweite Aufnahme.» Die schlichte Schönheit seiner Bilder wirkt unmittelbar: «Bei einer Produktion auf dem Berninapass traf ich einmal einen Fotografen. Er fragte mich, was ich tue und ich nahm ihn mit in den Anhänger. Als ich den Verschluss öffnete und das Bild auf die Rückwand der Kamera kam, staunte er zuerst und brach dann in Tränen aus.»

 

 

Aftermath:

Noun:               /aftär – mas/

Literally:           apokalyptisches Szenario

Definition:        Kompost unseres Luxuslebens

 

 „Was ist Schnee?“ „Der Schnee fungiert als Filter der Umwelt“

Zwischen der Frage und der End-Feststellung liegt eine sich langsam herantappende Entdeckungsreise – Eine wortwörtliche Annäherung zur Erkundung des Wesens des Schnees- in drei Etappen. Am Anfang waren die „Landscapes“: Ein erster berauschender Spaziergang durch die Magie des Engadins. Danach ging es auf Tuchfühlung mit der aus dem Kontext gehobenen Weisse des Schnees, um sich immer näher über den Schnee zu beugen, sich gedanklich zu bücken, ihn anzufassen und einen Schneeball zu observieren.

Daniel Meuli erkundet mit seiner einzigartigen Technik die schon fast politische Eigenschaft des Schnees. Mit selbstgebauten Camera-Obscuras, lässt Daniel Meuli analoge Fotografien entstehen, die durch ihre unverfälschte Ehrlichkeit überzeugen. Die direkte Technik, mit der das Licht auf dem Fotopapier festgehalten wird, reduziert das Bild auf das, was es wirklich ist: der Schnee als unwiderlegbarer Zeitzeuge der Umweltverschmutzung. Auf die magischen, zum Träumen verleitenden verschneiten Sehnsuchtslandschaften folgt die knallharte Realität des Schnees, der seiner weissen, unbefleckten Unschuld beraubt wurde. Weisser Schnee; gelber Schnee; grau-brauner-Schnee – wem ist eigentlich nicht bewusst, dass die Spuren der Unbehutsamkeit des Menschen unverzeihbar sichtbar sind? Doch noch deutlicher, vor-die-Augen-führender, sind die Schneebälle, die Daniel Meuli an sorgfältig ausgesuchten Orten als Untersuchungsproben der leidenden Natur entriss. Je nach Stelle der Auflesung spiegelt ein Schneeball eine andere, eigene, exakte, ortsspezifische Aufschlüsselung der Aktivitätenspur der sich dort aufhaltenden Menschen wider. Haben sie dort getrunken? Gefeiert? Geraucht? Geskimarathont? Wie ein Schnee-Chirurg operiert Daniel Meuli mit seinen Fotografien die Informationen heraus.

 

Auch ist die Umsetzung an sich, einen vom Zerfliessen bedrohten „lebendigen“ Schneeball mit einer sich im Atelier befindenden, selbstgebauten Kamera zu fotografieren, Teil der Herausforderung. Schnell wird ein Schneeball in den Eimer gepackt und möglichst schnell ins Atelier umgesiedelt. Dabei beginnt ein Wettlauf gegen die Schmelzzeit, gegen die Zeitraffe, in der der Schneekristall zum Tropfen zerfällt und damit gegen den Verlust der Leuchtkraft des Schnees... Während einer Belichtungszeit von genau 7 Minuten, während die der Ball Contenance wahren muss. Langsam wird die einst perfekte weisse runde Kugel zum Matschklumpen. Zum Dreck-Destillat. Zur Restsumme eines ausgeträumten Wintermärchens: „Aftermath“. Schmilzt der Schneeball, schmilzt die Idylle, und es bleiben Kies, Pappbecher-Fetzen, Flaschen-Deckel, Autoauspuffgeflüster, Salz, Müll, der Kompost unseres Luxuslebens. Ver-schmelzen tun allerdings Technik und Aussage in einem Schwarz-Weiss-Tanz zwischen Traum und Alptraum.

 

Text / Carolin A. Geist

 

Not Vital 2017

Castle of Tarasp / Switzerland It was a big honor for me, to start a collaboration with the great artist Not Vital by shooting a series of photos of him and his castle. It was definitely one of the most touching and inspiring shoots I ever had. A big thanks to Not, Marc Furger and all the involved people. Looking forward to continuing this great story.

 

 

Per Bondo 2018

 

On the 8th of December 30 photographers donated their works at the Galerie Box Van Orsouw in Zurich. This was for a beneficiary event in honour of the once sleepy mountain village of Bondo, that was partly destroyed by a devastating mud avalanche on the 23rd of August 2017. 30 photographers, each with their unique perspective, went on a mission to capture the mountains surrounding Bondo to help them rebuilding their village.

 

This is my version of the Sciora Group, the mountain range in the Bergell, where my family roots are from. The picture portraits the breathtaking view from Soglio in the direction Bondo. Hidden from sight, lays the powerful aftermaths of the trail of destruction. The result came out stunning and I am proud to donate this unique photo for the exhibition.

 

 

Shades of White 2017

 

One says that the Inuit know about 100 words for snow. This could also be said about the Engadin people. If you grow up in the Engadin valley, you learn very quickly to arrange with winter. In our valley, the snow leaves no one cold. It determines the rhythm. Our „white gold“  attracts tourists

from all over the world and invigorates our economy, while flora and fauna limit their activities to a minimum.

 

Snow is not equal to snow. As in any passionate love affair, our relationship to it is ambivalent. Snow brings us life and threat, lets us chant in enjoyment of life and fall in silence in agony. A snowflake under the microscope opens up a world of beauty and symmetry to the viewer. The falling snow inspires poets and romantics. An avalanche, thundering inexorably into the valley, makes us small and vulnerable. And when the snow melts again in springtime, we are aware of our transience once more.

 

As a photographer, I deal with the surface - with the appearance of snow. It is interesting to know that snow is actually not white, but rather transparent. In the hexagonal snow crystal the light is refracted and reflected in all directions. This gives the impression of white. The subtle shades of the white color and the many small details that make up the snow have fascinated me since I worked with my oversized camera obscure. It is impressive when, with the help of light, the millions of small snow crystals from the absolutely white surface form into a constantly changing small world.

 

Due to my one-to-one analogue photography, I see the projection on the light surface horizontally and vertically mirrored. As soon as the horizon - or any reference to the environment - disappears, the relation to place, time or space is lost.Transparency and black & white comprise the formal rules of silence.The spartan simplicity of my work fosters contemplative moments during which the mind is at rest and re-establishes inner tranquillity.

 

Please do not disturb this sensual, poetic, harmonious and luxurious minimalism.

 

 

 

Urban fragments

 

In order to achieve an almost unprecedented amount of detail in analog photography I decided to capture the light on ultra large photographic paper. This meant I had to build a custom camera that could handle the oversize format.

 

 

Lindsey Vonn

 

US-Skiqueen vor der Linse Lindsey Vonn wirft sich in St. Moritz in Pose. Beim Pressetermin in St. Moritz hatte der Schweizer Fotograf Daniel Meuli eine ganz besondere Überraschung für Skistar Lindsey Vonn.

Er lichtete die Amerikanerin vor atemberaubender Kulisse ab.

 

 

Pied à terre 2013 - 2020

 

noun | \pjeɪdɑːˈtɛː,French pjetatɛʀ-\

literally: "foot on the ground"

Definition: A smaller or secondary domicile; a second home

 

My home is the Engadine Valley. The striking landscape with its harsh climate has shaped me into who I am now. It grounds me and profoundly touches my being.The awe-inspiring force of nature evokes humbleness while being genuine and brutally honest. My works attempt to grasp this magnificence and undeniable honesty in nature. Analog photography enables me to achieve exactly that. The light is captured unaltered on photographic paper.

Actualized analog magic Timeless, essential, candid.

 

In order to achieve an almost unprecedented amount of detail in analog photography I decided to capture the light on ultra large photographic paper. This meant I had to build a custom camera that could handle the oversize format. The camera ended up being a walk-in cabinet the size of a horse trailer. It literally became my second home – my Pied à Terre.

(IR)REVERSIBLE

The image taken by my camera is a direct paper positive.Therefore the photograph depicts a mirror image of the actual subject, similarly to what happens to the light hitting the retina of a human eye before the brain reverses it.These photographs challenge the notion of what is perceived as real. An exciting new experience of an otherwise all too familiar landscape.

 

 

MEN ’ S NO MAN ’ S LAND

The mountain passes of the alps are a frequent transit way. At off-peak times, the human activity subsides, leaving behind a deserted landscape immersed in an eerie stillness. This no man‘s land merges with the remaining human traces to form poetic compositions.

 

 

PERMANENT IMPERMANENCE

Nature is in a constant state of change. The creative and irresistible forces of nature continuously transform the landscape.This series of photographs pierces the seeming permanence of the mountainscape to reveal its whimsical beauty.

 

 

TEMPORARY HORIZONS

The imposing mountainscapes of the Alps can evoke a sense of insignificance and confinement. In bad weather conditions the daunting mountains dissolve and vanish in the white infinite. The restraint dissipates and the horizon broadens. Even if only for a fleeting moment the soul soars freely.

 

 

Daniel Meuli

Via vers Mulins 4 /  CH - 7513 Silvaplana

Mobile : + 41(0) 79 468 58 70   /   Email: donmeuli@mac.com